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Doppelpack von Arbeitsbiene Sermersheim

Sonntag, 30. August 2026 · 15:00 UhrKreisliga B Staffel 2, 1. Spieltag

Spielbericht vom 30. August 2026

Der Spielbericht wird präsentiert von:

    SV Mösbach I - SV Neusatz I 1:4 (Kreisliga B2; 1:1)

    SV Mösbach II - SV Neusatz II 2:0 (Kreisliga C3; 2:0)

    Der Titel eines bekannten Märchens aus 1001 Nacht lautet: "Ali Baba und die 40 Räuber". Dass das erste Heimspiel des SV Mösbach in der Saison 2026/2027 mal so gar nicht märchenhaft ausging, dafür sorgten hingegen: "Ali Yuca und die 15 Fighter". Doch: Der Reihe nach...

    Nach der wenig erfolgreichen Vorbereitungsphase und dem, trotz beherzter Leistung, Pokalaus gegen den klassenhöheren TuS Hügelsheim, ging es im ersten Punktspiel des neuen SVN-Coaches Ali Yuca ins Kirschendorf. Die Partie begann mit einigen Minuten Verspätung, da die Heimelf zunächst die Stutzen wechseln musste. Zudem war der Mösbacher Rasen recht hoch gewachsen (die Neusatzer Zauberzwerge Niklas Hörth und Fabio Dörr waren mitunter nur mit Mühe zu sehen😉), was den Spielfluss immer wieder hemmte. In den Anfangsminuten fand der SVN gegen die Mösbacher Abwehr noch kein Durchkommen. Nach 15 Minuten hieß es dann allerdings: "Sesam, öffne dich!", als Routinier Phil Sermersheim per Abstauber zum 0:1 einköpfte. Vorangegangen war ein tückischer Freistoß des stets agilen Marc Friedriszik, den Heimkeeper Alfred Halimi nur unzureichend abwehrte. Die Führung hielt jedoch nicht lange, denn Simon Schemel verwandelte nur 120 Sekunden später einen Freistoß aus gut 30 Metern von halbrechts zum 1:1 Ausgleich. Bei seinem Aufsetzer sah SVN-Schlussmann Alessio Ippolito, der im Pokalspiel noch etliche Glanzparaden gezeigt hatte, allerdings nicht ganz schuldlos aus. In der Folge versuchte "Meschbach" mit David Weber, der in Minute 33 in aussichtsreicher Position zu überhastet abzog, und erneut Schemel, dessen Schuss Ippolito noch an die Querlatte lenkte (40.), die Führung zu erzielen, blieb jedoch glücklos. Auf der Gegenseite fand Niklas Hörth bei seinem Abschluss aus halbrechter Position seinen Meister in Halimi, der die Kugel reaktionsschnell noch aus dem Winkel fischte (39.). Kurz vor dem Pausenpfiff setzte der eingewechselte Denis Lubini bei einem Neusatzer Konter aus 35 Metern einen listigen Heber an und verfehlte das Heiligtum der Kirschdörfler nur um wenige Zentimeter (44.). 

    Wesentlich effektiver präsentierten sich die Felsenrainer im zweiten Durchgang: In der 49. Minute wurde Friedriszik auf links herrlich freigespielt, drang in die Mösbacher Box ein und zog ab. Zwar konnte Halimi noch parieren, doch landete der Ball seitlich bei Harbin Selimi, der nach einer Körpertäuschung entschlossen zum 1:2 einnetzte. Nach 58 Minuten hätte Hörth beinahe Führungsausbau betrieben, sein raffinierter Heber verfehlte den Kasten aber um gut einen Meter. Angenehm auffällig im Spiel von Grün-Weiß war, dass stets im Kollektiv verteidigt wurde; auch Offensivkräfte wie der zuvor lange Zeit verletzte Lucas Ehrlich, der durchspielte (daher die Redensart: Ehrlich währt am längsten) und immer wieder wichtige Läufe nach hinten machte, sorgten entscheidend dafür, dass es keinen weiteren Einschlag im Neusatzer Tor gab. Statt dessen setzte der SVN nach vorne immer wieder Nadelstiche. So beispielsweise in der 66. Minute, als Sermersheim - der am Vortag noch beim Arbeitseinsatz unermüdlich malocht hatte - einen Ball eroberte und mit einem tollen Flugball Lubini bediente. Jener wählte allerdings zu überhastet den Abschluss und vergab diese Großchance. Auch ein zentimetergenauer Flugball von Hörth, der in Minute 72 im Sechzehner bei Harbim Selimi landete und von diesem nur haarscharf am Mösbacher Tor vorbeigefeuert wurde, blieb noch ungenutzt. Vier Minuten später dann gab es einen kollektiven Aufschrei im Neusatzer Lager: Der schnelle Friedriszik war auf dem linken Flügel durchgebrochen und hatte plötzlich nur noch den herauseilenden Keeper Halimi vor sich, der ihn kurz vor dem Sechzehner foulte. Schiri Esmeray ließ Gnade vor Recht ergehen und gab dem Sünder nur die Gelbe Karte. Die erhöhte Strafe sollte dennoch wenig später folgen. Zwar raunte im Neusatzer Fanblock Hobbypessimist Jürgen S. seinem Nebenmann noch zu: "Ou... ich glaub, des gitt nix. Der gääht driwwer...". Doch hatte besagter Schwarzseher die Rechnung ohne Scharfschütze Sermersheim gemacht, der den fälligen Freistoß traumhaft über die Mauer schlenzte und zum vorentscheidenden 1:3 im Giebel versenkte. Damit war der Bär dann geschält. Drei Minuten später sollte es sogar noch besser kommen. Grün-Weiß blieb weiter am Drücker und startete einen Angriff über rechts; der scharf ins Zentrum hereingegebene Ball fand den nach vorne geeilten Ehrlich und dieser knallte ihn, trotz Gegnerdruck, unwiderstehlich zum 1:4 Endstand in die Maschen. Die in der zweiten Halbzeit eingewechselten Jan Albrecht, Luca und Fabio Dörr fügten sich wie zuvor Lubini ins Gefüge der elf Startelfkicker und besorgten ihrem Trainer Ali Yuca ein gelungenes Punktspieldebüt. Schiedsrichter Lütfü Esmeray leitete die Partie mit seiner angenehm unaufgeregten Art jederzeit souverän. 

    Im Vorspiel der Reserven nutzte Grün-Weiß in Durchgang eins gleich mehrere hochkarätige Chancen nicht - und legte sich dann quasi selbst die Gegentore rein. Danach waren die Anstrengungen zur Resultatsverbesserung leider nicht genug. Schade 😢. Weiter geht`s.